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Mit dem Mist ist das so eine Sache

 

Die vielzitierte Bananenschale auf dem Gehsteig schätzt wohl niemand. Die ist dort nicht nur unschön und völlig deplatziert, sondern auch noch gefährlich. Wer will schon ihretwegen nähere Bekanntschaft mit dem Boden machen?

Die meisten Leute haben kein gutes Verhältnis zu Abfall. Man möchte ihn möglichst nicht wahrnehmen. Er riecht übel, sieht hässlich aus und erinnert an die Vergänglichkeit. Umso mehr war es eindrucksvolles Erlebnis für mich, die Firma Saubermacher besuchen zu dürfen. Schon beim Betreten des stilsicher gestalteten Hauses sieht man große gläserne Behälter mit unterschiedlichsten Abfällen. Natürlich fest verschlossen. Ein paar Schritte weiter sind ähnliche Behälter aufgestellt. Diesmal gefüllt mit neuen Produkten aus den Abfällen der vorderen Glasbehälter. Das staunte ich nicht schlecht.

Abfall als Rohstoff

Herr Roth, Inhaber und Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens, sieht Abfall als Rohstoff für weitere Produkte. Herr Roth spricht dann auch von einem Wertschöpfungskreislauf. Der Abfall wird entsorgt, sortiert und weitestgehend als Grundlage weiterer Produkte verwendet. Dafür wird auch Forschung und Entwicklung betrieben und eng mit Universitäten zusammen gearbeitet. Der Umweltschutz steht dabei im Vordergrund. Als Nachkriegskind lernte er diese Haltung schon sehr früh. Sie prägte ihn sehr nachhaltig. Auch von meiner Mutter hörte ich öfter den Satz: Kampf dem Verderb. Auch sie hat alles verwertet.

Natürlich habe ich gehofft, dass die private Mülltrennung nicht schlussendlich wieder in einem einzigen Riesenbehälter landet und in irgendein weit entferntes Land verbracht wird, wie man es ja ab und an zu hören bekommt. Dass es sich lohnt, Abfall als Ressource zu betrachten, auszuwerten und zu nutzen, ist schon ein sehr erfreulicher Gedanke für mich. Natürlich sollen wir alle wesentlich wenige Müll erzeugen – das ist noch mehr möglich – und ihn nach bestem Gewissen trennen. Auch zu Hause kann man das Thema Müllvermeidung immer wieder bedenken. Auf so manchem Dachboden fristen durchaus repräsentative Möbelstücke ein sinnentleertes Dasein. Daraus lassen sich wahre Glanzstücke erzeugen. Eine betuchte Freundin hat mir voller Stolz ihre Sitzgruppe aus Paletten gezeigt. Sehr ansehnlich. Die Blumenregale daneben ebenso. Auf dieser gemütlichen Terrasse sitzen viele Menschen gerne.

Mist gilt schon lange als Glücksbringer.

So mancher verschenkt zu Sylvester Mistkübel aus Schokolade oder Marzipan oder verwendet einen solchen zum Bleigießen.

Ein geläufiges Sprichwort sagt: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Wer viel Mist hat, der bekommt noch welchen dazu. Gut, wenn man daraus etwas Neues, Nützliches erzeugen kann.

Mist als Entwicklungschance

Unliebsame Erlebnisse aus der Kindheit oder aus der jüngeren Vergangenheit bezeichnen wir manchmal als durchaus entbehrlichen Mist. Mit etwas Abstand erweisen sich gerade diese Begebenheiten als weiterführend für unsere Entwicklung. Wäre immer alles glatt gelaufen, hätten wir nur wenig gelernt. Dürften wir dann überhaupt von einer Entwicklung sprechen? Ich weiß, in jedem Schmerz war immer auch ein Samen für etwas Neues, das ich noch ergründen musste. Häufig hat er sich als sehr wertvoll erwiesen für meine weitere Entwicklung.

Ein Erlebnis, dem wir uns gar nicht gerne stellen, ist der Tod. Und doch gehört er zum Leben. Vor wenigen Tagen fand der Wiener Opernball statt. Man mag zu ihm stehen wie man möchte. Ich sehe ihn sehr gerne im Fernsehen. Diesmal war es der erste Opernball für unseren Bundespräsidenten Alexander van der Bellen. Nur wenige Stunden zuvor ist unsere Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser an ihrem Krebsleiden gestorben. Mit einem bestürzten Gesichtsausdruck ist er die Prachtstiege hinauf geschritten. Auch die Regierungsmitglieder waren sichtlich betroffen.

Und dann eröffnete er den 61. Wiener Opernball. Seine Stimme zeigte deutlich wie er sich fühlte. Mit wohlgesetzten Worten informierte er die Ballgäste, begrüßte sie aber auch herzlich, wünschte ein schönes Fest und bat dann um Verständnis dafür, dass er den Ball nach der Eröffnung verlassen werde. Auch Bundeskanzler Kern konnte seine Worte nur mit mühsamer Stimme kundtun. Auch er wünschte allen einen schönen Ball und versicherte, dass dies ganz im Sinn unserer Gesundheitsministerin sei. Er machte ebenfalls kein Geheimnis daraus, dass er so bald als möglich gehen werde, da ihm heute nicht zum Feiern zumute ist.

Ich bin stolz auf diese Herren. Sie haben sicher in vielen Trainings gelernt, dass man auf der Bühne gilt: The show must go on. Immer. Doch sie haben sich verhalten wie Menschen aus Fleisch und Blut, sind einfach zu ihrer Trauer gestanden. Ist schon schön, dass Arbeitskollegen einander so verbunden sind.

Es hatte alles Platz auf diesem Ball. Die tiefe Trauer der einen, die aufgeregte Freude der Debütantinnen und Debütanten, der Ballettcompany und der Künstler. Alle anderen Ballgäste hatten sicher ihre Freude an diesem schönen Ball. Das Leben geht weiter.

 

Das Interviewgespräch mit Herrn Roth können Sie hier hören

 

Auf guten Mut!

 

Herzlich grüßt Dich
Edith Karl deine MUTexpertin

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