„Du funktionierst – aber führst Du noch? Eine unbequeme Wahrheit für Führungskräfte“
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von Edith Karl WirtschaftsMentalCoach
Bewusst führen. Wirksam handeln.
Viele Führungskräfte würden von sich sagen, dass sie „gut funktionieren“.
Sie sind zuverlässig. Belastbar. Entscheidungsfähig.
Sie tragen Verantwortung, halten Strukturen aufrecht und bleiben handlungsfähig – auch dann, wenn es schwierig wird.
Und genau darin liegt das Problem.
Denn Funktionieren ist kein Zeichen von Stärke.
Es ist ein Überlebensmechanismus.
Wenn Funktionieren zur Identität wird
Funktionieren beginnt oft früh.
Mit der Erfahrung, dass Leistung Sicherheit gibt.
Dass Verantwortung Anerkennung schafft.
Dass Verlässlichkeit gebraucht wird.
Später wird daraus eine Haltung:
Ich darf nicht ausfallen.
Ich muss den Überblick behalten.
Ich bin dafür verantwortlich, dass es läuft.
Je höher die Position, desto stärker verfestigt sich dieser Mechanismus.
Denn Führung belohnt Funktionieren.
Nicht Innehalten.
Nicht Zweifel.
Nicht innere Klärung.
So entsteht eine Identität, die kaum noch Raum lässt:
Die Führungskraft als tragende Säule.
Als letzte Instanz.
Als jemand, der funktioniert – egal, was es kostet.
Der unsichtbare Preis des Funktionierens
Nach außen wirkt alles stabil.
Nach innen beginnt oft eine schleichende Entfremdung.
Viele Führungskräfte berichten nicht von akuten Krisen,
sondern von etwas Diffuserem:
- innere Leere trotz äußerem Erfolg
- permanente Anspannung ohne klaren Auslöser
- Entscheidungen, die schwerer fallen als früher
- das Gefühl, nur noch zu reagieren statt zu gestalten
Das Funktionieren verhindert den Zusammenbruch –
aber es verhindert auch die Verbindung zu sich selbst.
Denn wer dauerhaft funktioniert,
hat keine Zeit zu spüren,
was eigentlich los ist.
Warum gerade erfahrene Führungskräfte betroffen sind
Es trifft nicht die Unerfahrenen.
Nicht die Unsicheren.
Sondern häufig genau die,
die seit Jahren Verantwortung tragen.
Erfahrene Führungskräfte haben gelernt,
sich selbst zurückzustellen.
Nicht aus Selbstverleugnung,
sondern aus Pflichtgefühl.
Doch mit wachsender Komplexität verändert sich die Führungsrealität.
Nicht alles lässt sich mehr durch Kontrolle, Struktur oder Entscheidung lösen.
Gleichzeitig bleiben die inneren Antreiber dieselben.
Das Ergebnis ist ein innerer Spagat:
Alte Muster tragen nicht mehr –
aber neue Orientierung fehlt.
Also wird weiter funktioniert.
Funktionieren ist keine Führung
Funktionieren hält Systeme am Laufen.
Aber es führt sie nicht.
Denn Führung lebt von Präsenz,
von Klarheit,
von innerer Orientierung.
Wer nur noch funktioniert,
- führt aus Druck statt aus Haltung
- entscheidet aus Erschöpfung statt aus Klarheit
- hält Verantwortung fest, statt sie wirklich zu teilen
Mitarbeitende spüren das.
Nicht bewusst – aber wirksam.
Sie reagieren mit Anpassung,
mit Vorsicht,
oder mit Rückzug.
Nicht, weil Führung fehlt.
Sondern weil innere Führung fehlt.
Der Wendepunkt: Wenn Funktionieren nicht mehr reicht
Der Wendepunkt kommt selten laut.
Er kommt nicht als Burnout oder Zusammenbruch.
Oft ist es ein leiser Gedanke:
So kann es nicht dauerhaft weitergehen.
Nicht aus Schwäche.
Sondern aus innerer Ehrlichkeit.
Dieser Moment ist kein Scheitern.
Er ist Reife.
Denn er markiert den Übergang
von reiner Funktion
zu bewusster Führung.
Was es braucht, um aus dem Funktionieren auszusteigen
Der Ausstieg beginnt nicht mit Veränderung im Außen.
Sondern mit einer anderen inneren Frage.
Nicht: Was muss ich noch leisten?
Sondern: Woraus heraus handle ich eigentlich?
Es braucht:
- Räume für echte Reflexion
- den Mut, innere Spannungen wahrzunehmen
- die Bereitschaft, nicht alles alleine zu tragen
- eine neue Beziehung zur eigenen Verantwortung
Das ist kein Rückzug.
Es ist ein Schritt in Richtung Wirksamkeit.
Führung jenseits des Funktionierens
Führung, die nicht mehr nur funktioniert,
sondern bewusst gestaltet,
fühlt sich anders an.
Ruhiger.
Klarer.
Weniger getrieben.
Nicht, weil weniger Verantwortung da ist.
Sondern weil sie innerlich anders gehalten wird.
Vielleicht ist das die eigentliche Aufgabe moderner Führung:
Nicht noch besser zu funktionieren –
sondern wieder in Beziehung zu sich selbst zu kommen.
Denn wer sich selbst verliert,
kann auf Dauer niemanden wirklich führen.

Ihre Edith Karl
Bewusst führen. Wirksam handeln.
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