Bauchgefühl, Rückdelegation, Entscheidungsstau: Wie unbewusste Emotionen Führung teuer machen
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von Edith Karl Wirtschaftsspychologin
Bewusst führen. Wirksam handeln.
Viele Führungsteams versuchen, Entscheidungsstau mit Prozessen zu lösen: mehr Abstimmung, mehr Meetings, mehr Dokumentation. Manchmal hilft das. Häufig nicht.
Denn die eigentliche Bremse ist nicht fehlende Kompetenz – sondern unbewusste Emotion unter Druck.
1) Was „Bauchgefühl“ im Business oft wirklich ist
„Ich entscheide aus dem Bauch.“
Das kann Erfahrungswissen sein. Es kann aber auch etwas anderes sein: ein schneller Schutzimpuls (Sicherheit, Status, Konfliktvermeidung, Kontrolle).
Der Unterschied ist entscheidend: Erfahrungswissen ist meist ruhig, klar, handlungsfähig. Schutzimpulse sind oft eng, hektisch, rechtfertigungsbedürftig.
Das Problem ist nicht Emotion.
Das Problem ist, wenn niemand merkt, welche Emotion die Entscheidung färbt.
2) Warum Emotionen in Meetings nicht verschwinden – sie wechseln nur die Maske
In professionellen Kontexten werden Emotionen selten offen benannt.
Sie tauchen dann als „Sachlichkeit“ wieder auf: in Endlosdiskussionen, in Absicherungsfragen, in scheinbar rationalen Gegenargumenten, in „Wir brauchen noch Daten“.
Wenn das passiert, verlieren Teams zwei Dinge:
- Geschwindigkeit (weil nichts wirklich entschieden wird)
- Vertrauen (weil Entscheidungen willkürlich wirken)
3) Die unsichtbare Kette: Unbewusste Emotion → Willkürgefühl → Rückdelegation → Engpass Führung
Wenn Kriterien unklar sind und Emotionen nicht adressiert werden, lernt das System:
Entscheiden ist riskant.
Also wird Verantwortung nach oben geschoben: „Sagen Sie kurz, was Sie wollen.“
So entsteht Entscheidungsstau nicht, weil das Team unfähig wäre, sondern weil Verantwortung zu teuer geworden ist.
5) Was wirklich hilft
Sie müssen Emotionen nicht „ausdiskutieren“. Sie müssen sie entscheidungsfähig machen. Das gelingt über zwei Dinge:
- A) Benennbarkeit
„Ich merke, hier ist gerade Druck im Raum – bevor wir weiter argumentieren: Wovor schützen wir uns gerade?“
Oder: „Was wäre der Schaden, wenn wir uns jetzt festlegen?“ - B) Kriterien statt Debatten:
„Woran machen wir diese Entscheidung fest – und welches Kriterium hat Vorrang, wenn es kollidiert?“
Damit holen Sie Emotion aus dem Schatten, ohne Therapie zu spielen.
Fazit
Menschen entscheiden unter Druck emotional und rechtfertigen danach rational – das ist normal. Führung wird schwierig, wenn das unbewusst bleibt.
Dann wird Verantwortung teuer, Entscheidungen werden zäh, und die Führung wird zum Engpass.
Wenn Sie möchten, schicke ich Ihnen eine kurze Checkliste:
„5 Sätze, die emotionale Verzerrungen im Meeting sichtbar machen – ohne Psychologisieren.“
Schreiben Sie mir edith[at]edithkarl.com Kennwort „CHECK“

Ihre Edith Karl
Bewusst führen. Wirksam handeln.
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