Wenn Führung zu viel trägt, bleibt für das Team keine Verantwortung übrig

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von Edith Karl WirtschaftsMentalCoach
Bewusst führen. Wirksam handeln.

Viele Führungskräfte stellen sich irgendwann dieselbe Frage:
„Warum übernimmt mein Team nicht mehr Verantwortung?“

Die naheliegende Antwort lautet oft: mangelnde Motivation, fehlende Kompetenz oder Bequemlichkeit im Team.
Die tatsächliche Antwort liegt jedoch fast nie dort.

Sie liegt im inneren Zustand der Führungskraft.

Denn Führung wirkt nicht primär über Anweisungen, sondern über Resonanz.

1. Passivität entsteht aus Unsicherheit – nicht aus Faulheit

Teams werden selten passiv, weil sie nicht wollen.
Sie werden passiv, weil sie unbewusste Signale wahrnehmen.

Dazu gehören unter anderem:

  • innere Anspannung der Führungskraft
  • ein starker Kontrollimpuls
  • Überfokus auf Ergebnisse
  • fehlende innere Klarheit oder Richtung

Emotionen übertragen sich biologisch.
Menschen orientieren sich permanent an der emotionalen Lage derjenigen, die führen.

Wenn Sie innerlich kämpfen, kämpft Ihr Team mit Ihnen.
Wenn Sie innerlich ruhen, findet Ihr Team seine eigene Kraft.

Passivität ist häufig kein Leistungsverweigerungs-, sondern ein Anpassungsphänomen.

2. Verantwortung ist eine Resonanz – kein Auftrag

Verantwortung lässt sich nicht delegieren wie eine Aufgabe.
Man kann sie nicht einfordern, kontrollieren oder per Zielvereinbarung erzwingen.

Verantwortung entsteht, wenn bestimmte innere Bedingungen erfüllt sind.

Drei davon sind entscheidend:

  1. Innere Ruhe – keine permanente Alarmspannung
  2. Innere Klarheit – über Rolle, Richtung und Haltung
  3. Innere Ausrichtung – zwischen dem, was gesagt, gedacht und gefühlt wird

Diese Elemente bilden den Kern dessen, was als Inner Leadership Mastery verstanden werden kann –
auch wenn viele Führungskräfte genau so führen, ohne es so zu benennen.

3. Der eigentliche Grund, warum Teams passiv werden

Passivität ist kein Charakterfehler.
Sie ist ein Schutzmechanismus.

Teams schützen sich vor:

  • unklaren oder wechselnden Erwartungen
  • unbewusster emotionaler Spannung im Raum
  • Führung aus dem Kontrollmodus
  • der Haltung: „Ich trage alles selbst“

Denn wenn eine Führungskraft zu viel trägt,
bleibt für das Team nichts übrig, wofür es Verantwortung übernehmen kann.

Wo Führung zu viel kompensiert, entsteht keine Selbstverantwortung.

4. Die innere Verantwortung der Führungskraft

Der Wendepunkt liegt nicht im Team, sondern bei Ihnen.

Innere Verantwortung bedeutet:

  • Sie führen zuerst sich selbst.
  • Sie erkennen Ihre Emotionen, statt sie zu verdrängen.
  • Sie klären Ihre innere Haltung, bevor Sie reagieren.
  • Sie entscheiden bewusst, wie Sie wirken wollen.

Das ist keine weiche Selbstreflexion,
sondern die Grundlage wirksamer Führung.

Hier beginnt echte Inner Leadership Mastery.

5. Die Transformation: von Reaktion zu Präsenz

Teams beginnen Verantwortung zu übernehmen,
wenn Führungskräfte nicht mehr im Reiz-Reaktions-Modus agieren.

Sondern aus klarer innerer Präsenz.

Präsenz bedeutet:

  • nicht getrieben zu sein
  • sich emotional nicht zu verstricken
  • nicht permanent korrigieren zu müssen

Präsenz ist keine Technik.
Sie ist ein Zustand.

Und sie ist die höchste Form von Führung.

Ausblick

In der kommenden Woche gehen wir einen Schritt tiefer:
Wir betrachten die kulturellen Kräfte in Organisationen –
und warum Unternehmenskultur nichts anderes ist als die Summe innerer Zustände von Führung.

Wenn Sie lernen möchten, innere Verantwortung bewusst zu entwickeln,
beginnt dieser Weg im Programm Führungsklarheit Kompakt
und vertieft sich im Inner Leadership Mastery – Kompass.

Nicht, um mehr zu tun.
Sondern um klarer zu führen.

Ihre Edith Karl
Bewusst führen. Wirksam handeln.
+43 664 51 87 420

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