Warum Corona die Verbundenheit bei der Arbeit verstärkt

Es ist ein Dienstag im Oktober. Plötzlich klopft es kurz an der Tür, sie geht auf und herein kommt eine Dame aus der Personalabteilung mit einem Infrarot Stirnthermometer und eine zweite mit Papier und sonst noch einigen Materialien. Ich kann dir heute nicht mehr sagen, was das alles war. Nach einem freundlichen Gruß geht Frau Greiner mit ihren freundlichen Augen, natürlich maskiert, von Person zu Person mit dem Infrarot-Thermometer zum Fiebermessen. Wir entsprechen alle der vorgegebenen Norm und dürfen bleiben.

Wir befinden uns in einem großen Seminarraum in einem mittelständischen Unternehmen in Österreich. Zehn Teilnehmer und ich.

Die Erleichterung steht jedem einzeln ins Gesicht geschrieben. Wir wussten alle: Wenn einer von uns gehen muss, trifft es alle anderen auch – mitsamt den jeweiligen Kontaktpersonen. Gott sei Dank: Niemand musste gehen. Wir haben nach vollendeter Überprüfung unserer Körpertemperatur einander angesehen und zugelächelt. Manchmal braucht es keine Worte um einander zu verstehen.

Sichtbar herzliche Verbundenheit mit Maske und Desinfektionsmittel ist möglich

Wir haben uns dieses Seminar alle gewünscht. Dir TeilnehmerInnen wollten sich weiterbilden und ich hab mich gefreut, wieder ein Seminar geben zu können. Es war das erste seit langer Zeit.

Der Veranstalter hat diesen Raum mit viel Aufwand entsprechend den Corona-Verordnungen ausgestattet. Viel Platz ist zwischen uns allen. Eineinhalb Meter Abstand zwischen den Sitzplätzen und den Sitzreihen. Der Babyelefant kann beruhigt trompeten.

Alle haben am Morgen den Raum mit Maske betreten. Dabei huschten Blicke durch den Raum. Augenpaare trafen sich. Auf jedem Platz lag ein verschlossenes Papiersäckchen mit einer weiteren Maske drinnen. Eine Flasche Desinfektionsmittel steht dabei. Die Menschen kennen einander bereits. Obwohl sie sich alle anders verhalten als üblicherweise, spürt man deutlich das Gefühl von Zusammengehörigkeit.

Auch ich muss meinen Beginn anders gestalten als ĂĽblich. Das informelle herzliche HändeschĂĽtteln vor Beginn war in dieser Situation nicht möglich. Aber man glaubt gar nicht welch intensive Augenkontakte mit – oder vielleicht sogar wegen der Maske – entstehen. Einander anschauen darf man ja noch immer.

Sobald und solange alle auf ihren Plätzen verharren, nehmen wir die Masken ab. Die Teilnehmer haben es leicht. Sie sitzen still auf ihrem Platz. Für mich ist es noch immer ungewohnt, relativ statisch vorne stehen zu bleiben. Mein Temperament protestiert heftig. Normalerweise bewege ich im Raum. Aber: Übung macht die Meisterin. Der Veranstalter hat achtsam und perfekt auf jedes Detail geachtet. Da will ich auch nicht zurückstehen. Gesten, Mimik und Stimme darf ich ja immer noch nach Belieben einsetzen. Das alles ist mir in Corona Zeiten noch viel deutlicher bewusst.

Bei meiner Rednerweiterbildung haben mir mehrere Schauspiellehrer versichert, ich spreche von Natur aus deutlich genug und setze meine Körpersprache intuitiv passend ein. Nur nichts daran verändern, war ihr Rat. Den befolge ich auch gerne. Alles Gekünstelte ist ohnehin nicht meines. Doch jetzt mit häufiger Maskierung und eingeschränkter Bewegungsfreiheit achte ich bewusster darauf, dass meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht zu kurz kommen und deutlich erkennen können, was ich sage und wie ich es meine.

Neben der deutlichen Verbundenheit erleben wir alle noch ein sehr wesentliches Gefühl: Dankbarkeit. Die Anzahl der Infizierten steigt an – wir alle sind hier sehr erleichtert, dass dieses Seminar, das wir schon seit März planten, trotzdem stattfinden kann.

Bei den PraxisĂĽbungen mussten die Teilemenden an unterschiedlichen Orten im Haus sprechen und alle anderen Beobachtungen fĂĽr ihr Feedback sammeln. Trotz Maske und leichtem Stress durch die exponierte Ăśbungssituation gelang es den Teilnehmern lauter und deutlicher zu sprechen als sonst ĂĽblich.

Es waren zwei eindrucksvolle gemeinsame Tage. Was war besonders in diesen merkwĂĽrdigen zwei Tagen?

Ehrlicher Zusammenhalt wurde sichtbar.

Alle haben Ungewohntes in Kauf genommen wie Maske tragen, viel Abstand zueinander, keine Hände schütteln. Trotzdem waren Verbundenheit und Zuneigung sichtbar. Wie? In den Augen. Die waren nicht maskiert. Und in den Gesten. In solchen Situationen wird klar, wer ehrlich lächelt. Wer nur seinen Mund verzieht wird mit Maske nicht als Lächler erkannt. Bei ehrlichem Lächeln strahlen die Augen mit. Das ist deutlich erkennbar.

Es war für jeden einzelnen klar: Wenn einer von der Pandemie betroffen ist, sind wir es alle – und andere Kontaktpersonen noch dazu. Wohl und Weh vieler Menschen hängen von jeder einzelnen Person ab. Jeder einzelne trägt daher viel Verantwortung. Diese Verbundenheit bedeutet zum Glück auch, dass jede Person viel dazu beitragen kann, den Schaden möglichst klein zu halten. Im Ernstfall können wir einander beistehen, uns gegenseitig unterstützen. Diese Verbundenheit gilt auch im „normalen“ Arbeitsalltag. Es hängt von jedem Einzelnen ab, ob und wie der Kunde zufrieden gestellt oder möglichst begeistert wird.

Erschwerte Bedingungen vertieften die Konzentration.

Aufmerksam und gesammelt absolvierten alle ihre PraxisĂĽbungen und Beobachtungsaufgaben. Das Feedback der Kolleginnen und Kollegen war einfĂĽhlsam und inspirierend.

Mit ihrem Bewusstsein für die Gefahren durch die Pandemie, für den Zusammenhalt untereinander und die Bedeutung ihrer Arbeit schaffte diese Gruppe das beste Prüfungsergebnis, das eine Gruppe je erreicht hatte. Neunzig Prozent der Teilnehmer schlossen mit „sehr gut“ ab.

Jetzt dürfte das Seminar wahrscheinlich nicht mehr stattfinden, weil die Zahl der Frischinfizierten täglich weiter ansteigt. Machen wir weiterhin das Beste aus jeder Situation, erst recht, wenn wir sie als bedrohlich empfinden.

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Auf guten Mut!

Deine Edith Karl

Tel.Nr.: 0043 664 51 87 420

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