Plötzlich keine Lieferungen mehr – was nun?

Bei meinem letzten Kamingespräch mit Top-Führungskräften ging die Post ab. Da war eine Menge Frust und Ärger aufgestaut. „Keine Chips für uns Automobilbauer“ schimpfte einer. „Und das bei unseren inzwischen vollen Auftragsbüchern. Die Pandemie hat alles auf den Kopf gestellt.

„Früher konnte ich meine Bauteil-Lieferanten auswählen. Ich habe denen kräftig eingeheizt, um den besten Preis zu bekommen. Jetzt beliefert mich keiner. Andere Maschinenbauer bekommen inzwischen wenigstens Teillieferungen“, erzürnte sich der Nächste.

Die beiden Herren sind nicht alleine mit Ihren Problemen. In Wirtschaftsmagazinen und Wirtschaftsteilen der Tageszeitungen liest man ständig von immer noch längerer Wartezeit auf bestellte Ware. Dieses Desaster betrifft inzwischen alle Branchen. Der Mangel an Grundstoffen wie Baumaterialien, Metall, Holz, Chips, Kunststoff, Magnesium, ja sogar Papier für den Buchdruck lässt Unternehmen verzweifeln. Es droht wieder Kurzarbeit, weil manche Unternehmen auf Grund fehlender Teile derzeit selbst nicht liefern können. Eine unheilvolle Kette entwickelt und verstärkt sich.

Das bedeutet: Fahrräder sind fast ausverkauft, neue Autos haben eine lange Wartezeit, Haushaltsgeräte kommen erst in mehreren Monaten an. Das Angebot an Spielwaren ist ausgedünnt. Gewünschte und georderte Möbel sind außer Reichweite.

Anfangs dachten viele, solche Lieferprobleme sind nur ihr Schicksal. Doch mit der Zeit wurde klar, dass nicht nur die eigene Firme, nicht nur die eigene Branche von dieser Misere betroffen ist.

Immer mehr Menschen erkannten, dass sie nicht nur beruflich mit Lieferverzögerungen, Lieferengpässen oder gar keinen Lieferungen zu kämpfen hatten, sondern auch privat. Da gibt beispielsweise die Wachmaschine ihren Dienst auf. Dafür gibt es weder Material zwecks Reparaturen noch eine neue Waschmaschine, egal welcher Marke. Wohin mit der Schmutzwäsche?

Wer neue Möbel sucht, erfährt schnell, dass die Lieferzeit mindestens drei Monate beträgt, wahrscheinlich, aber länger.

Wie konnte es zu dieser Misere kommen?

Diese Frage stellen sich nun viele. Leider sehr spät, weil erst angesichts der schwierigen Situation.

Doch viele UnternehmerInnen und auch ich andere wissen:

Mit einer sorgfältig erarbeiteten und kontinuierlich aktualisierten Strategie war das zu verhindern.

Beispiele dafür gibt es.

Ein sehr prominentes ist Elon Musk. Ich kenne aber auch bodenständige KMUs, deren GeschäftsführerInnen durch kluges strategisches Handeln solches Unheil von ihren Unternehmen abwenden konnten.

Meiner Meinung nach haben wir alle zum Entstehen dieser Lieferkrisen beigetragen.

.Woran das deutlich zu erkennen ist?

1. Es liegt in uns Menschen drinnen, dass wir durch Erfolg Schaden nehmen, weil wir nachlässig gegenüber unseren Geschäftspartnern werden.

Kunden werden immer schneller, aber oft auch weniger wertschätzend behandelt. Beim Umgehen mit Lieferanten legen wir noch eine Schippe drauf. Häufig wird nur noch gefordert, anstatt nach gemeinsamen Lösungen gesucht. Doch es lohnt sich, auch mit Lieferanten eine gute Beziehung aufzubauen. Lieferanten sind nicht so abhängig von ihren Auftraggebern, wie diese meinen. Im Zweifelsfall wählen sie, wen sie zuerst beliefern, wer nur Reste bekommt und wer gar nichts.

Wissen Sie eigentlich, in welche Richtung die Unternehmen Ihrer Lieferanten sich weiterentwickeln, was sie für ihre Zukunft planen?

Aus interessierten Gesprächen mit ihren Lieferanten-Partnern können sie wesentliche Impulse auch für Ihre weitere Entwicklung gewinnen.

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2. Ein weiterer wichtiger Punkt ist bei vielen die fehlende oder veraltete oder zu oberflächliche Strategie für das Unternehmen.

Autobauer beklagen sich oft bitter über ihren Mangel an Chips. Wie konnte es dazu kommen? Beim Einbrechen ihrer Aufträge haben etliche von ihnen keine Chips mehr geordert. Was bleibt Herstellern von Chips anderes übrig als nach neuen Kunden zu suchen? In der Computerbranche und beim Gaming waren ihre Lieferungen hochwillkommen. Gerne haben sie sich darauf eingestellt. So schnell können sie jetzt die wiedererwachten Automobilbauer nicht beliefern. Eine klare Strategie hätte die Autobauer vor ihrem Zickzack-Kurs bewahrt.

Wenn genügend Auftrage den Tagesablauf bestimmen, denken viele nur an das, was dringend zu erledigen ist. Was wichtig ist wird für später aufgeschoben. Das rächt sich.

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3. Viele Unternehmen in unterschiedlichsten Branchen freuten sich über Just-in-time-Lieferungen.

Sie haben das Produzieren vieler Kleinteile ausgelagert – in möglichst billig produzierende Länder dieser Erde, egal wie weit weg die entfernt sind. Natürlich ist es bequem und oft auch kostengünstig, wenig geschätzte Arbeiten auszulagern. Am liebsten an Billigproduzenten in weit entfernten Ländern.

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Und dann kam Corona und die Welt stand still. Wenn sich dann noch ein Frachter im Suezkanal querstellt, steht die Industrie in weiten Teilen der Welt.

Hatten und haben alle Unternehmen mit solchen gravierenden Problemen zu kämpfen? Wurden alle massiv eingeschränkt? Nein. Dafür gibt es gute Gründe.

Der Mainstream machte alles wie bisher, aber plötzlich klappt nichts mehr. Sie müssen derzeit sogar höhere Preise bezahlen und trotzdem kommt kaum Ware bei Ihnen an. Jetzt können Sie selbst auch nicht liefern, Ihre Kosten steigen. Sie verlieren treue Kunden. Ihre besten Mitarbeiter verlassen Sie, wechseln zu Ihrer Konkurrenz. Bis vor kurzer Zeit waren Ihre Vorgehensweisen erfolgreich. Jetzt wissen Sie nicht, was Sie besser machen könnten.

Das ist kein Wunder. Bisher konnten Sie kaum etwas falsch machen. Das Geschäft lief immer. Aus aller Herren Länder ließen Sie Rohstoffe und Fertigteile kommen. Sie selbst lieferten auch in die ganze Welt. Hauptsache äußerst kostengünstig, damit die Kunden kaufen.

Was machen Unternehmen anders, die auch jetzt in der Pandemie wachsen?

✅ Sie verfolgen eine klare und zukunftsorientierte Strategie. Die verleiht Kontinuität. Diese Unternehmen bestellen nicht einmal große Mengen von Waren und dann auf einmalgar nichts mehr. Auch in auftragsarmen Zeiten bestellen sie ihr geplantes und definiertes Kontingent. Natürlich beachten sie bei ihrer Strategie zukunftsrelevante Einflussfaktoren aus Gesellschaft, Wettbewerb, Technologie usw. Dabei holen sie sich Hilfe von außen und beziehen auch ihre Führungskräfte und Mitarbeitenden in diesen Prozess mit ein.

Solche Unternehmen arbeiten besonnen – in ruhigen und erst recht in turbulenten Zeiten. Daher wissen sie genau, welche Rohstoffe und Komponenten sie auf jeden Fall benötigen. Sie wollen ihre Kunden nicht enttäuschen oder gar im Stich lassen. Ihre Kunden sollen jederzeit lieferfit sein, zumindest was die Teile betrifft, die sie ihnen zuliefern.

Sie verlassen sich nicht auf Just-in-time-Lieferungen. Ihre Lagerhallen entsprechen zumindest weitgehend dem Bedarf. Wer seine unterschiedlichen und vielfältigen Komponenten kennt, kann wesentlich leichter vorbeugen.

Wesentliche Kleinteile erzeugen sie selbst in ihrem Unternehmen. Dafür bauen manche sogar entsprechende Maschinen.

Der Aufwand und das exakte Erarbeiten von Lösungen in einem Strategieprozess bringen im Ernstfall wie beispielsweise einer Pandemie neue Kunden. Warum? Weil andere, die nicht so vorsorglich denken und planen leer dastehen und eben nicht liefern können.

✅ Doch damit nicht genug. Solche Unternehmen planen sorgfältig, welche Teileproduktionen sie auslagern und wohin. Der Preis allein ist hier nicht ausschlaggebend. Der billigste Lieferant ist oft weit entfernt. Wenn ein Frachter im Suezkanal quersteht, soll nicht auch Ihr Geschäft, Ihre Produktion stillstehen. Sonst ist Schluss mit Kosten sparen und zufriedenen Kunden.

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Was lernen wir aus der Misere mit den Lieferungen?

 

Mittlerweile erkennen immer mehr UnternehmerInnen den hohen Nutzen einer zukunftsorientierten Strategie. Diese bezieht mehrere Faktoren mit ein, nicht nur die eigenen Wünsche und Vorteile. In globalisierten Wirtschaftsbeziehungen lohnt es sich für alle, auf Vorteile und Nutzen aller Beteiligter zu achten. Wie können die Zulieferbetriebe von den Aufträgen aus den reichen Industrieländern leben? Was nehmen sie in Kauf, um möglichst billig liefern zu können? Unterstützen Auftraggeber die Lieferanten dabei, gesund leben zu können von ihrer Arbeit oder werken sie Baracken, die immer wieder zusammenfallen. Wie anfällig macht sie das für Krankheiten und Pandemien?

Das gesamte Netzwerk mit allen Beteiligten zu achten, lässt alle gut leben.

Das erzeugt größtmögliche Unabhängigkeit und nur geringe negative Überraschungen für alle Beteiligten.

In solchen Unternehmen fühlen sich auch Mitarbeitende wohl, weil sie ihre Arbeit als sinnstiftend empfinden. Mitarbeitende schätzen die Kontinuität solcher Unternehmen. Da bleiben sie gerne an Bord.

Unaufgeregte Gelassenheit ist ein nicht zu überbietender Vorteil. Sie wollen doch sicher noch lange fit und wettbewerbsfähig bleiben?

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Eine kluge und umfassende Strategie erweist sich immer als ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Dabei unterstütze ich Sie gerne. Für Fragen dazu stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Rufen Sie mich noch heute an.

+43 664 518 74 20

Auf guten Mut!

Deine Edith Karl

Tel.Nr.: 0043 664 51 87 420
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